​Was Mütter zum bewerben brauchen - die 5 wichtigsten Voraussetzungen damit du den Job bekommst, den du haben möchtest

​Egal ob du dich aus der Elternzeit oder aus einer Anstellung heraus bewirbst: Mütter können die Chancen, ihren Wunsch-Job zu bekommen, maximieren, indem sie im Bewerbungsprozess ein paar Besonderheiten beachten.

Vorurteile gegenüber Müttern auf dem Arbeitsmarkt

Auch wenn ich wünschte es wäre anders, ist es in der Realität doch so, dass Mütter auf dem Arbeitsmarkt mit Vorurteilen zu kämpfen haben. Arbeitgeber haben immer wieder Sorge, dass sie in ihrer Produktivität und Wirtschaftlichkeit Einbußen hinnehmen müssen, wenn sie flexible Arbeitsmodelle ermöglichen und sich auf die Besonderheiten von Eltern einlassen (wie z.B. erhöhte Fehlzeiten durch Krank-Tage des Kindes, kürzere Arbeitszeit als andere Kollegen oder der Wunsch im  Homeoffice zu arbeiten). Da fehlt es leider an Ideen und Bereitschaft, flexible Arbeitskonzepte zu implementieren.
Hier müssen wir also immer noch einiges an Pionierarbeit leisten. Viele Arbeitgeber zeigen sich schon viel flexibler als es noch vor einigen Jahren der Fall war. Dennoch ist es so, dass - wenn sie bei ihren Bewerbern die Wahl zwischen "gut qualifiziert und uneingeschränkt verfügbar“ und „gut qualifiziert und eingeschränkt verfügbar“ haben - die Wahl meistens auf „uneingeschränkt verfügbar“ fällt.

Nun kann man darüber diskutieren, inwiefern die Flexibilität in Form von Teilzeit, Homeoffice-Lösungen oder flexiblen Arbeitszeiten weiter zu Gunsten des Arbeitgebers ausgereizt werden kann. Wenn wir ehrlich sind, haben wir ja zumeist schon Lösungen gewählt, mit denen es für uns gerade noch so eben klappt und der Arbeitgeber möglichst wenige Einbußen hat. Schwierig also, sich da mit dem „uneingeschränkt verfügbar“ zu messen.
Im Gegensatz dazu kann man aber einiges dafür tun, um sich im Bewerbungsprozess Vorteile zu verschaffen - sei es durch qualitativ bessere, gezieltere und passendere Bewerbungen, aber auch durch eine Top-Performance im Vorstellungsgespräch.

Die Bewerbungs-Realität

Ich treffe immer wieder Mütter, die davon erzählen, dass sie einige Bewerbungen verschickt haben (meistens zwischen 10 und 20 Stück) und von den meisten Empfängern gar keine Rückmeldung bekommen haben. Oft sind im Schnitt 2-3 Vorstellungsgespräche dabei, von denen mir dann leider auch eher holprige Situationen beschrieben werden, als dass es eine runde und erfolgreiche Sache war. Diese Bilanz ist unheimlich frustrierend für jemanden, der in jede einzelne Bewerbung viel Zeit, Mühe und Hoffnung gesteckt hat.

​Es gibt einen anderen Weg

​Glücklicherweise gibt es einiges was Mütter tun können, um eine erfolgreiche Bewerbungsphase zu durchlaufen und am Ende tatsächlich den Job zu bekommen, den sie sich auch wirklich gewünscht haben - und zwar mit einer deutlich besseren Bilanz der versendeten Bewerbungen und geführten Jobinterviews. Wenn ich nämlich die oben beschriebenen Bewerbungsaktivitäten analysiere, merke ich immer wieder, dass vielleicht 20% der Möglichkeiten aus dem Bewerbungsfundus ausgeschöpft wurden.

Das Ziel ist, ausgewählte Bewerbungen zielgerichtet zu versenden, die Unterlagen herausragend zu formulieren und zu erstellen und im Vorstellungsgespräch mit einem Paukenschlag zu performen, dass man gar nicht mehr anders kann, als ein Vertragsangebot zu unterbreiten.
Und das alles mit Strategie.

​​Was du brauchst, um deine Chancen auf deinen Wunsch-Job zu erhöhen​:

​1. ​Ein selbstbewusstes Mindset

​Ich frage mich oft, woran es liegt, dass Mütter scheinbar viel Selbstbewusstsein in Bezug auf ihren Beruf eingebüßt haben. Vielleicht liegt es daran, dass sie wirklich monatelang komplett raus aus dem Jobleben sind und sich damit selbst in die Minderwertigkeits-Schublade stecken. Viele haben dann die Überzeugung:
"ich kann das nicht"
"​​den Job kriege ich eh nicht"
"da bewerben sich bestimmt andere, die weniger Flex brauchen als ich"
"Mütter will doch keiner einstellen"

Unterstützt wird das ​zusätzlich dadurch, dass die Arbeitswelt immer noch nicht ganz verstanden hat, wie wertvoll Mütter (natürlich auch Väter) im Arbeitsleben sind. Ich glaube aber auch, dass diese Mechanismen sich gegenseitig bedingen, also niedriges Selbstwertgefühl in Bezug auf den Job und niedriges Ansehen in der Arbeitswelt​ - wobei das Ansehen von Müttern im Berufsleben gerade wirklich stark im Wandel ist und sich merklich von Jahr zu Jahr deutlich verbessert.
Was aber klar ist: Du musst gefestigt sein in deinem Selbstbewusstsein darüber, dass du diesen Job, auf den du dich bewirbst, kannst, dass du dafür qualifiziert bist. Und dass es einen Weg geben wird, die Flexibilität möglich zu machen, die du brauchst. Ich weiß, dass es z.B. in Stellenausschreibungen immer Punkte gibt, die man nicht erfüllt. Das ist egal! Entscheidend ist: glaubst du daran, dass du diesen Job machen kannst und dass es einen Weg geben wird ihn mit deinem Familienleben zu vereinbaren? Wenn du selbst nicht daran glaubst, wirst du dein Gegenüber weder in der Bewerbung, noch im Vorstellungsgespräch überzeugen können.

​2. ​Klarheit über deine Rahmenbedingungen, Vorstellungen und Wünsche

​Damit du die passenden Jobs findest, aber auch damit du dich selbstbewusst in deinen Unterlagen und im Gespräch verkaufen kannst, musst du 100%ige Klarheit darüber haben, was der Rahmen deines Jobs sein soll. Diese Klarheit brauchst du in Bezug auf den Job selbst, in Bezug auf den Arbeitgeber und in Bezug auf die Anforderungen des Drumherums wie Arbeitszeiten, Flexibilität, Regionalität u.s.w.
Dieser Rahmen bestimmt im Wesentlichen die Auswahl der Unternehmen und die Auswahl der Stellen, auf die du dich bewirbst und sorgt dafür, dass du eine stabile Verhandlungsposition hast, wenn es in die Vorstellungsgespräche geht.

​3. ​Bewerbungsstrategie ​

​Einer de​r am meisten unterschätzen Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Bewerbungen ist, dass im Vorfeld eine Bewerbungsstrategie festgelegt wird, anhand derer die möglichen Arbeitgeber und die offenen Stellen gefunden werden. Es ist leider nicht damit getan, die gängigen Jobportale durchzugehen und sich auf passende Stellen zu bewerben. Damit sind genau die oben genannten 20% abgedeckt und es ist noch so viel mehr möglich. Vor allen Dingen brauchst du eine Strategie, um den verdeckten Stellenmarkt, also die Positionen, die nicht ausgeschrieben werden, zu erreichen - und das sind tatsächlich bis zu 2/3 der besetzten Stellen.  Darüber hinaus ist eine Bewerbungsstrategie besonders für Mütter wichtig, weil sie einfach nur wenig Zeit im Alltag übrig haben, um sich zu bewerben. Es macht viel mehr Sinn, sich auf die wirkungsvollsten Strategien zu fokussieren und die dann planvoll anzugehen, als sich einfach nur auf ausgeschriebene Stellen auf bekannten Stellenportalen zu bewerben. ​

​4. ​Top ausgearbeitete Bewerbungs-Unterlagen

​Die Bewerbungsunterlagen sind deine Visitenkarte auf deren Basis der Personaler innerhalb von Sekunden über Einladung oder Nicht-Einladung entscheidet. Es gibt unzählige Ratgeber darüber, wie Bewerbungen geschrieben sollen, wie man ein Anschreiben verfasst, wie der Lebenslauf aufgebaut sein sollte. Ich staune sehr darüber, was für allgemeine und wenig hilfreiche Tipps gegeben werden. Würde man ​man diesen Ratgebern folgen, würde es bedeute​n, dass jede Bewerbung gleich aussieht. Damit stichst du nicht heraus und damit ziehst du aller Wahrscheinlichkeit nach bei der Entscheidung, wer ins Vorstellungsgespräch eingeladen wird, den Kürzeren. Es ist wirklich kriegsentscheidend, dass deine Unterlagen deine Handschrift tragen, und sie absolut individuell sind, aber trotzdem auf pragmatische Art und Weise verfasst (wovon der Personaler natürlich nichts weiß). Dadurch kann Bewerben auch leicht fallen und viel weniger Zeit in Anspruch nehmen als gedacht. Darüber hinaus muss ein klarer Weg gefunden werden, wie das Kind/die Kinder, Elternzeiten, Teilzeitwünsche - aber auch alle Fähigkeiten und Kompetenzen so verpackt werden, dass am Ende der Wunsch entsteht, dich aufgrund deiner fachlichen Qualifikationen kennen zu lernen - und das, obwohl du besondere Anforderungen und Rahmenbedingungen brauchen wirst. ​

5. Sehr gute Performance im Vorstellungsgespräch

​Im Vorstellungsgespräch geht es um nichts anderes als sich zu verkaufen. Das hört sich jetzt etwas billig an, ist aber gar nicht so gemeint. Verkaufen funktioniert sowieso nur dann, wenn es authentisch ist und genau so ist es auch im Vorstellungsgespräch. Hier kann ich das gleiche wiederholen, wie im Punkt davor: Ich möchte die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, was in manchen Ratgebern ​zur Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche empfohlen wird. Und das spiegelt exakt meine Erfahrung aus den unzähligen Bewerbungsgesprächen wieder, denen ich beigewohnt habe. Arbeitgeber wollen aber keine auswendig gelernten standardisierten Phrasen hören. ​Sie wollen wissen, warum die Person, die ihnen gegenüber sitzt, den Job machen kann und warum sie ihn machen möchte. Auch hier ist es das Wichtigste, seinen Fokus zu finden, mit einem gefestigten Mindset über Fähigkeiten und Fertigkeiten aufzutreten, genau dadurch zu überzeugen und einfach bleibenden Eindruck zu hinterlassen.


Das waren die 5 wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass deine Bewerbungen auf fruchtbaren Boden stoßen und du auch den Job bekommst, den du gerne haben möchtest.

​Zum Abschluss noch zwei Punkte, die ​wichtig ​sind um mit realistischen Erwartungen in die Bewerbungsphase einzusteigen:

Zum einen wird auch mit der perfekten Strategie nicht jede Bewerbung auf Gegenliebe stoßen, genau so wenig jedes Vorstellungsgespräch. Und das ist auch okay. Es geht aber darum, dass du deinerseits alle Maßnahmen ergriffen hast, damit das Ganze ein Erfolg wird. Und wenn zwischendurch Misserfolge aufkommen: nochmal hinschauen, reflektieren, eventuell anpassen und weiter machen.
Zum anderen ist es normal, dass Bewerbungsprozesse mehrere Monate dauern, das ist bei allen Bewerbern in 80% der Fälle normal und auch logisch, wenn wir alle einzelnen Prozessschritte eines Bewerbungsverfahrens berücksichtigen. Es ist wichtig sich darüber klar zu sein und entsprechen auch früh genug mit dem Bewerben anzufangen. 

​Ich freue mich sehr über Austausch zu diesem Artikel. Dazu möchte ich dich herzlich in unsere ​ Facebook-Gruppe ​einladen.​

​Du hörst lieber als ​dass du liest?

Hier geht es zum Mütter zurück im Job-Podcast. Wenn du die Inhalte, über die ich hier auf dem Blog schreibe, lieber hören möchtest, dann kannst du das hier machen. Die Episoden dauern zwischen 15 und 30 Minuten und sind perfekt, um sie ​während des Haushalt-machens oder beim Spaziergang zu hören.

Dir wünsche ich jetzt eine schöne Woche und bis ​Bald​,

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?

>